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Das ist euer Glaube!

Strukturen des B├Âsen im Dogma. Eine Streitschrift gegen Fundamentalisten, progressive und laue Christen

Kategorie:
Religionskritik
Bestellnr:
20797
Autor:
Logisch, Theo
Ausf├╝hrung:
456 S., kart.
ISBN:
978-3-933037-01-5
Verlag:
Angelika Lenz Verlag

20,40 €*
*incl. 7% MwSt


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Inhalt:

Thema dieses Buches ist weniger, was die Kirche tut, sondern warum sie es tun muss. Nicht so sehr ihr Erscheinungsbild interessiert, sondern ihr Wesen. Nicht ihre Entgleisungen, sondern ihre Stoßrichtung. Nicht was sie verbrochen, sondern was sie dabei beseelt hat. So werden die Inhalte, die Moral der Lehre selbst betrachtet. Der Leser sei vorgewarnt: Hier tun sich Abgründe auf, wovor ihm vielleicht bisher Halbwissen, Auswendiggelerntes, fromme Fiktion und Desinteresse den Blick verstellt haben. Scheinbar trockene dogmatische Zusammenhänge erweisen sich als abenteuerliches Labyrinth, lehramtliche Statements klingen plötzlich wie Regieanweisungen zu einem Actionthriller, biblische Slogans verschlagen selbst Hartgesottenen die Sprache, theologische Details erhalten ein bedrohliches Gewicht. Alles fügt sich zu einem unheilschwangeren Ideensystem, das alle wesentlichen Strukturmerkmale einer Ideologie aufweist. Doch droht uns nicht schrecklicher Glaubensverlust? Sind die Verheißungen nicht gar zu tröstlich, um falsch zu sein? Oder ist diese Religion gefährlich? An ihrer geschichtlichen Wahrheit kann man, aus gutem Grund, zweifeln; an ihrer unheilsgeschichtlichen Wirksamkeit nicht. Deshalb ist sie nicht einmal als Traum zu gebrauchen. Sie ist ein Alptraum, aus dem es zu erwachen gilt.


Rezension:

Theo Logisch: Das ist euer Glaube! Strukturen des Bösen im Dogma. Eine Streitschrift gegen Fundamentalisten, progressive und laue Christen. 456 S., brosch., DM 39,80, Angelika Lenz Verlag, Neustadt, ISBN 3-933037-01-8 Als der Jesuit Friedrich von Spee zu Langenfeld 1631 seine Cautio Criminalis herausgab, mußte er anonym bleiben, um sich nicht der tödlichen Verfolgung durch Kirche und Staat auszusetzen. - Daß sich 1998 in Deutschland ein Autor von Format, der über subtilste Kenntnis, scharfsinnige Logik, überzeugende Stringenz und unverkannbare Integrität verfügt, aus Gründen der Sicherheit und um seine Existenz nicht zu gefährden, bei seiner geistvollen Analyse des Christentums hinter dem Pseudonym “Theo Logisch” verbergen muß, entlarvt die uns in den Artikeln 3 (3), 4 (1) und 5 (19 des Grundgesetzes zugestandenen Rechte als Farce, unsere Demokratie als verkappte Theokratie und Ecclesiokratie, macht die wahren Herrschaftsstrukturen in unserem Staat deutlich. In meinem Buch “Denn es steht geschrieben” (Münster 1998) formulierte ich auf Seite 88 ein Desideratum: “Es wäre notwendig, endlich einmal eine Psychologie des Christentums zu schreiben, un dzwar nicht eine solche an Hand historischer Fakten und geschichtlicher Gestalten, sondern eine evangelium-immanente, die zu erweisen hätte, was eigentlich die dort aufgestellten Maximen folgerichtig zu bevorken angelegt sind.” Daß mein Wunsch noch im gleichen Jahr in Erfüllung gehen würde, konnte ich nicht ahnen, erst recht nicht, auf wie unübertrefflich hervorragende Art; denn der Verfasser stützt seine einem Röntgenbild vergleichbare gründliche Analyse nicht nur auf die “Heilige Schrift”, die Bibel des AT und NT, sondern ebenso auf die lehramtlichen Dokumente der Kirche, und zwar von den ersten Konzilien und päpstlichen Lehrverkündigungen bis hin zum II. Vatikanischen Konzil und den letzten Enzykliken des jetzigen Papstes. Bei all dem geht es dem Verfasser weniger darum, was die Kirche getan hat und tut, also nicht um Darstellungen, wie wir sie etwa von Deschner, Herrmann, Kahl und Schmitz gewöhnt sind, sondern warum sie es unausweichlich unfehlbar tun muß. Es geht hier also nicht so sehr um das allbekannte verwerfliche Erscheinungsbild der Kirche, als vielmehr um ihr ungleich verwerflicheres eigentliches Wesen, nicht in erster Linie um ihre durch die Jahrhunderte hin praktizierten Verbrechen als vielmehr um das, was sie dabei beseelte, was sie aus ihrem Selbstverständnis und ihrer Struktur heraus dazu trieb und was deshalb als akute oder latente Gefahr weiterhin über den Köpfen der Menschen wie ein Damoklesschwert hängen bleibt, solange diese Kirche als politischer Machtfaktor existiert. Wir haben damit nicht nur das - meines Wissens - bisher entlarvendste Buch über das Christentum vor uns, sondern auch das genialste: klar und stringent aufgebaut, übersichtlich gegliedert, in einer lauteren, ohne weiteres eingängigen Sprache formuliert, in kleinere, leicht faßbare Unterkapitel eingeteilt, die das (nach Umfang und Inhalt) ungeheure Material gut lesbar und unmittelbar einsichtig machen, mithin eine didaktisch hervorragend aufgebaute, umfassende, eigentlich lückenlose Bestandsaufnahme von Christentum, Kirche und Christenheit, insofern nämlich, als hier Wesen und unaufhebbare, unveränderbare Grundstrukturen freigelegt werden. Wohltuend berührt die äußerst zurückhaltende, dennoch punktuell zupackende, nicht selten witzige Polemik des Verfassers, treffend und erfrischend zugleich. Beißende Ironie setzt der Autor ein, wo er den Zynismus der Kirche entlarvt. Scharfsinnig legt er die Traditionsstränge von Dogmen und Lehrverkündigungen sowie ihre innere Logik als ein in sich stimmiges Lehrgebäude frei, das jedoch jeder Vernunft und Humanität Hohn spricht, “mit Wissenschaft, Vernunft, Toleranz, Gleichberechtigung und Demokratie prinzipiell unvereinbar” (S. 398), die “in ungebrochener Kontinuität bedingungslose Unterwerfung der Vernunft unter den Glauben” (ebda.). Die Fülle der behandelten Themen läßt sich hier nicht aufzählen. Durchgängig wird - und nicht nur im ersten Großkapitel - die Korruption des Geistes von ihrer infamen Strategie her nachgewiesen. Als Beispiel sei die Lehre von der Erbsünde genannt, die als Dogma aus jener dubiosen Paradiesesgeschichte entwickelt wurde, nach der Eva, die vorgeblich erste Frau, Gott den Gehorsam verweigerte und vom “Baum der Erkenntnis” aß. Die daraufhin auf die gesamte Menschheit projizierte “Erbsünde” zieht nicht nur den Opfertod Christi nach sich, sondern die Diffamierung jedes neugeborenen Kindes. Diese wiederum macht für jeden Menschen die Taufe als Exorzismus, die Austreibung des Teufels aus dem Säugling, unabdingbar notwendig. Mit der Taufe schließlich wird jeder Mensch der Kirche lebenslang geistig hörig, als erlösungsbedürftiger Sünder verfügbar. Aus dem wissenschaftlich längst widerlegten Schöpfungsbericht und der daraus folgenden Paradiesesgeschichte leitet die Kirche die Besessenheit jedes Neugeborenen, die Sündigkeit jeder gebärenden Frau ab und gründet auf diesen monströsen Unsinn (Erbsünde und Erlösungsbedürftigkeit) bis heute ihre Macht und Menschentyrannei. Kein anderes Buch macht meines Wissens das Monstrum Christentum als korruptes Geisteskonstrukt sowie als gesellschafts- und staatsgefährdenden Machtfaktor, aber in sich konsequent und logisch stimmig, einsehbar (und zwar in des Wortes doppelter Bedeutung) wie diese Werk des sich hinter dem Pseudonym “Theo Logisch” verbergenden verdienstvollen Verfassers. Insofern handelt es sich hier um ein Politikum ersten Ranges, um einen nützlichen Navigator, der uns zeigt, wo wir uns eigentlich befinden und wohin wir immer noch steuern. Die “Väter des Grundgesetzes” versäumten leider das “principilis obsta” des Ovid; aber wie waren nicht die ersten. Die Korruption des Geistes durch das Christentum zieht sich durch die gesamte abendländische Geschichte und leider auch Geistesgeschichte, und sie dauert machtvoll fort. Der Beweis ist mit diesem Buch erbracht. Rainer Schepper, Münster