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Bild Religion ohne Gott

Religion ohne Gott

oder Transzendenz in der Immanenz

Kategorie:
NEUERSCHEINUNGEN
Bestellnr:
21106
Autor:
Hauk, Freimut
Ausf├╝hrung:
230 S., kart.
ISBN:
978-3-943624-30-4
Erschienen:
18.05.2017
Verlag:
Angelika Lenz Verlag

18,90 €*
*incl. 7% MwSt


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Inhalt:

Versuch einer Religionskritik


 


Das Buch: „Religion ohne Gott“ – der Titel provoziert. Er formuliert ein Paradoxon. Kann es Religion ohne Gott geben?
Aufklärung und ein wissenschaftlich-säkulares Weltbild haben zu einem Funktionsverlust von Religion geführt. Aber dennoch oder gerade deshalb erleben wir einen Ausbruch religiöser Gewalt, auf den wir verstört und hilflos reagieren. Wenn die spezifische Eigenart der religiösen Sprache verkannt wird, nämlich die Tatsache, dass die religiöse Sprache im Gegensatz zur Alltagssprache nicht benennt, führt dies dazu, dass wir uns Vorstellungen von Gott machen (denn Gott muss ja jemand sein), auf die wir uns in unserem Handeln berufen und die unser Handeln rechtfertigen. Würden wir uns keine Vorstellungen von Gott machen, würde das Bilderverbot nicht die Abbilder, sondern, wie ein Bumerang, Gott selbst treffen, dann hätten wir keine Vorstellungen mehr von Gott und könnten uns auf keinen Gott berufen, der unser Handeln rechtfertigt.
Gott und Religionen sind Konkretisierungen des Religiösen. Die Erfahrung unserer Begrenztheit, die Erfahrung der Transzendenz, eines Raumes jenseits des Machbaren und des technisch Beherrschbaren, geben dem menschlichen Leben Tiefe und Sinn.
Das Religiöse ist nicht an Gott und Religion gebunden.
Eine klare, um Anschaulichkeit bemühte Sprache verheißt trotz der Komplexheit der Themen eine ansprechende Lektüre.

Der Autor: Geboren 1939 in Apatin (Jugoslawien). Studium der Germanistik, Romanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Tübingen, München, Bologna, Toulouse. 1965 Staatsexamen in Tübingen. Lehrer am Gymnasium. Tätigkeiten in der Lehrerfortbildung (Philosophie, Ethik). Artikel in Fachzeitschriften. Buchveröffentlichung: Faszination Philosophie, Stationen der Erkenntnis (rororo, Reinbek 1998); 2. Auflage unter dem Titel: Lust an der Erkenntnis, Grundlagen der Philosophie (dtv, München 2003).


Rezension:

Religion ohne Gott?


Buch des Ettlingers Freimut Hauk über Seins-Fragen


 "Unser begrenzter Verstand ist nicht fähig, Gott zu erkennen. Zwischen dem Endlichen und Unendlichen, zwischen Mensch und Gott gibt es keine Gemeinsamkeiten", schreibt Freimut Hauk in seinem neuesten Buch. Der frühere Ettlinger Gymnasiallehrer mit den Fachrichtungen Germanistik, Romanistik, Philosophie und Kunstgeschichte nähert sich in der Abhandlung dem Gottesbegriff: "Wir können weder sagen, welche Eigenschaften Gott zuzuschreiben sind - und doch tun das die Religionen andauernd - noch, ob Gott existiert", so Hauk in seinem im Angelika Lenz Verlag erschienenen Buch "Religion ohne Gott oder Transzendenz in der Immanenz". Es ist nicht das erste Werk des Autors, der sich jahrzehntelang philosophischen Fragen verschrieben hat Artikel in Fachzeitschriften, Buchveröffentlichungen wie "Faszination Philosophie, Stationen der Erkenntnis" (rororo 1998) oder "Lust an der Erkenntnis, Grundlagen der Philosophie (dtv 2003) sind Beleg dafür.


Hauks Buch ist nicht allein der Versuch, ein Paradoxon zu formulieren, sondern auch zu leben: "Kann es Religion ohne Gott geben?" Seine Antwort: "Das Religiöse ist nicht an Gott und Religion gebunden." Das Göttliche wurzele im Leben, sei keine abstrakte Größe, sondern lebenspraktisch konkret. Das Göttliche sei nicht Gegenstand theologischer Streitereien, von Verfolgungen und Religionskriegen, sondern eine Gefühlsstimmung, eine Färbung unserer Einstellungen zur Wirklichkeit und zu unserem Leben.


Das Göttliche sei die Bejahung und Anerkennung unserer Grenzen, ein Ausdruck einer Bescheidenheit, was man die Wunder dieser Welt nennen könnte. Und dann daraus die Schlussfolgerung: "Das Göttliche ist Transzendenz in der Immanenz." Damit schließt Hauk an das an, was vor ihm manche Atheisten bekannten: Das Zentrum wahrer Religiosität, so viel sinngemäß, sei die Ehrfurcht vor den Mysterien des Universums, deren höchste Weisheit und strahlende Schönheit der Mensch mit seinem matten Erkenntnisvermögen nur rudimentär begreifen könne. Das Positive an dem Buch ist die Darstellung der Aussagen bedeutender Philosophen oder Psychoanalytiker wie Descartes, Hegel, Nietzsche, Freud, Jung etc. zum Thema "Gott und Religion". Es ist damit als Einstiegswerk zum Thema "Gott, Ewigkeit und Leben nach dem Tod" geeignet. Die sich im Laufe der Jahrtausende verändernden Weltbilder, an denen sich Religion jeweils abarbeiten musste, sind in Hauks kritischer Analyse an manchen Stellen von allzu positivistischem Blick geprägt. Hauk ist "aufklärungsgläubig" und seine Auffassung im Hinblick auf (Welt)kriegsgefahren "Religion müsse zivilisiert" werden, greift zu kurz. Es ist nicht Religion, die gezähmt werden muss, sondern - auch ohne Religion - in erster Linie der Mensch selbst.


Dennoch ist es ein lesenswertes Überblickswerk zu religionsphilosophischen Fragen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Autor um eine verständliche Sprache bemüht. Es macht danach Lust darauf, Standardwerke zum Thema "Gott und Religion" heranzuziehen: Hans Küng "Existiert Gott?", "Religionsphilosophie" von Friedo Ricken oder das "Lehrbuch der Philosophie" von Stephan Grätzel/Armin Kreiner. (jew, Badische Neueste Nachrichten, 14.12.2017)