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Abschied und Ankunft

Kategorie:
Freigeistige Weltanschauung
Bestellnr:
21048
Autor:
Bretschneider, Jan
AusfĂŒhrung:
169 S., kart.
ISBN:
978-3-943624-04-5
Verlag:
Angelika Lenz Verlag

14,90 €*
*incl. 7% MwSt


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Inhalt:
Der Tod eines geliebten Menschen wirft viele Fragen auf, hinterlĂ€sst Schmerz und Leid. Jeder nimmt auf seine Weise Abschied, und so gibt es viele Arten, den Verlust zu verarbeiten. Jan Bretschneider weiß das sowohl aus seiner langjĂ€hrigen Arbeit als Trauerredner heraus als auch aufgrund persönlichen Erlebens. Seine Botschaft: Trauern bedeutet auch Hoffnung gewinnen und neuen Lebensmut schöpfen. Beides kann der Leser aufnehmen, gekleidet in Gedichte, Geschichten, Essays und ein wenig Wissenschaftliches.
Mit BeitrÀgen von Steffi Lehmann.
Mit Illustrationen von Maria Brommont, Steffi Lehmann und Jan Bretschneider

Rezension:Neues Deutschland, Donnerstag, 15.1.2015, Seite 16:

Schmerz erleiden, Trauern, Trost finden, Hoffnung, Lebensmut schöpfen: "Abschied und Ankunft" - die Gedichte, Geschichten und Essays des Weimarer Autors Jan Bretschneider kreisen um das Sterben, den Tod. Ein verdrĂ€ngtes Thema, dem er als langjĂ€hriger Trauerredner indes sehr nahe kam (mit Illustrationen von Maria Brommont und Steffi Lehmann, die auch Texte dazu schrieb, Angelika Lenz Verlag, 169 S., br., 14,90 €).



Ein Buch, das Mut macht

Bretschneider, Jan: Abschied und Ankunft. Neu-Isenburg: Angelika-Lenz-Verlag 2014, 168 S.,
14,90 Euro


Rechtzeitig zum November, dem Monat, in dem allgemein der Toten gedacht wird, erscheint Jan Bretschneiders zweites Buch zum Thema Abschied, diesmal in Verbindung mit dem Thema Ankunft.
Nicht nur in Gedichtform betrachtet Bretschneider sein Thema, sondern er reichert es mit eigenen Geschichten und Teilen von Trauerreden an. Weiter wird Abschied und Ankunft auch von mehreren Seiten erzÀhlt.

Scheinbar chaotisch und eher zusammenhanglos wirkt die Zusammenstellung und mancher mag sich fragen, was denn nun ErzĂ€hlungen ĂŒber Naturforscher, Liebesgeschichten oder Kommentare zur letzten VolkszĂ€hlung, nach der Deutschland ĂŒber Nacht mehr als eine Million Einwohner verlor, mit Trauer und Tod zu tun haben.

Aber Bretschneider geht es um eine Einbeziehung des Todes in das ĂŒbergreifende Thema Abschied, denn der Tod ist eine bestimmte Form des Abschieds, die endgĂŒltige, doch eine, die schon vorbereitet sein kann, wenn man fĂŒr Abschiede aufmerksam ist. Und er geht noch einen Schritt weiter in seiner Verbindung des Abschiedes mit Ankunft. Dass er diese danach stellt und nicht, wie viele es wohl erwarten, davor, denn zuerst mĂŒsste man doch ankommen, um wieder Abschied zu nehmen, macht das Besondere seines Buches aus. Es erzĂ€hlt nĂ€mlich noch mehr als vom Tod von TrauerbewĂ€ltigung und von Liebe, die bleibt, die sich auch weiter entwickelt nach einem Abschied von einem Menschen hin zu neuem Lieben.

Wer trauernde Menschen begleitet, weiß, wie so manche erste Reaktion nach einem Tod eines Menschen ein „nie wieder“ ist, nie wieder eine Bindung eingehen, nie wieder sich verlieben wollen usw. Und hĂ€ufig kommt spĂ€ter die Erfahrung, doch wieder zu lieben oder den Wunsch nach einem Menschen zu spĂŒren, mit dem man verbunden sein möchte. Dabei tauchen oft SchuldgefĂŒhle auf gegenĂŒber dem verstorbenen Partner/Partnerin, Zweifel an der eigenen Liebe den Verstorbenen gegenĂŒber, und an diesem Zwiespalt wie auch seinem Überwinden lĂ€sst Bretschneider uns teilhaben.

Der Wechsel zwischen tiefer Trauer, Schmerz und neuer Zuversicht wird nicht geradlinig erzĂ€hlt, sondern auf vielen Ebenen angesprochen. Das macht dieses BĂŒchlein so lebendig. Und wozu es weiter auffordert, ist die Besinnung auf den Abschied als Teil des Lebens, das Wissen, dass es ein Ende gibt, und wie wir uns darauf vorbereiten können. Dazu dienen gerade die ErzĂ€hlungen ĂŒber die Naturforscher und deren bewusstes Vorbereiten auf eine Reise, die womöglich keine Wiederkehr erlaubt. Mit diesen ErzĂ€hlungen spiegelt Bretschneider die Situation von uns allen, und gestaltet damit ein Buch, das Mut macht.

Renate Bauer