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DFW-Heft 27: S├Ąkularismus und Weltb├╝rgerlichkeit

27. DFW-Seminar vom 27. bis 29. Januar 2012

Kategorie:
DFW-Reihe: Berichte und Standpunkte
Bestellnr:
21030
Autor:
Bauer, Renate / Prem, Horst (Hg.)
Ausf├╝hrung:
76 S., geh.
ISBN:
978-3-943624-01-4
Verlag:
Angelika Lenz Verlag

7,90 €*
*incl. 7% MwSt


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Inhalt:
2011 sagte sich in Norwegen ein Einzelner auf brutalste Weise vom Zusammenleben mit Unterschieden zwischen Menschen und Kulturen los. Erschreckend, dass Solches in einem liberalen skandinavischen Land m├Âglich war.

Wie gelingt die Integration unterschiedlicher Kulturen im globalen Dorf in Achtung vor den Unterschieden und im Wissen, eine gemeinsame Welt dabei zu teilen? Ist es nicht vor allem wichtig, zu einem Gespr├Ąch zu kommen, in dem wir nicht von Absolutismen ausgehen, von unbedingt g├╝ltigen Werten, sondern von dem, was dem vorausgeht, dem Wissen darum, wie wir uns gegenseitig verstehen und verst├Ąndigen? Die Voraussetzungen daf├╝r sind: gegenseitiger Respekt, gleiche Rechte ÔÇô Menschenrechte ÔÇô und Toleranz. Ohne sie besteht die Gefahr, sich in Alleinvertretungs- und Alleing├╝ltigkeitsanspr├╝che zu verrennen. Seit 1789 die franz├Âsische Nationalversammlung die Menschenrechte und die Gleichberechtung aller verk├╝ndete, sind sie zum Ansporn f├╝r viele geworden, nach Freiheit und Demokratie zu streben.

Unsere These ist: Mit S├Ąkularismus (Laizit├Ąt) in der Politik, wenn der Staat neutral gegen├╝ber Religionen und Weltanschauungen eingestellt ist und handelt, ist diese Voraussetzung f├╝r die Menschenrechte am besten zu verwirklichen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie diese Voraussetzungen in der Erziehung viel st├Ąrker bewusst gemacht und verankert werden. Ein Projekt ÔÇ×Weltb├╝rgerlichkeitÔÇť als Unterrichtsprojekt spricht diese Voraussetzungen an und will sie umsetzen in Praxis. Daher hat sich dieses Seminar sowohl mit dem Thema S├Ąkularismus in Europa wie auch mit der Frage nach der Praxis der F├Ârderung von Toleranz und Gegenseitigkeit besch├Ąftigt.

Die in diesem Heft zusammengefassten Beitr├Ąge und Ergebnisse der Arbeitskreise dienen als Grundlage weiterer Seminare zum Projekt Weltb├╝rgerlichkeit. Sie sind somit noch l├Ąngst nicht vollst├Ąndig oder gar reif f├╝r eine konkrete Unterrichtspraxis.

Sowohl inhaltlich als auch konzeptionell sollen die bisherigen Ans├Ątze, wie sie erarbeitet wurden, zu einem theoretisch gut fundierten und p├Ądagogisch leicht umsetzbaren Unterrichtsmodul weiterentwickelt werden. Die Erfahrung von Weltb├╝rgerlichkeit, die heute jedem zug├Ąnglich ist, ins Bewusstsein zu heben, sie emotional und kognitiv zu reflektieren, sie ethisch zu diskutieren und anzubinden an die Realisation der Menschenrechte, ist Ziel dieses Projektes. Dazu sollen konkrete Umsetzungsm├Âglichkeiten im Unterricht entwickelt und Lehrern zug├Ąnglich gemacht werden. Wie eine Einbindung in den Ethikunterricht, in LER, aber auch in andere F├Ącher gelingen kann, soll dabei ebenfalls aufgezeigt werden.

Ein Ethos von Weltb├╝rgerlichkeit beruht auf der Achtung der gleichberechtigten Interessen und Auffassungen aller Menschen, auf der Erkenntnis der Vernetzung, die nicht nur elektronisch, sondern schon l├Ąngst auch wirtschaftlich und kulturell alle Menschen verbindet. Die Achtung der Vielfalt der Anschauungen und Lebensweisen, bei gleichzeitiger R├╝cksichtnahme aufeinander und R├╝cknahme unberechtigter Eigenanspr├╝che geh├Âren zu dem Ethos der Weltb├╝rgerlichkeit dazu. Eine solche Bewusstsseinsentwicklung und ihre Umsetzung im t├Ąglichen Handeln setzen die Kenntnis anderer Religionen, Weltanschauungen und Kulturen voraus und bed├╝rfen des Dialogs. Von daher geh├Ârt das Projekt Weltb├╝rgerlichkeit f├╝r uns unabdingbar in einen Unterricht, der mit allen Sch├╝lern bekenntnis├╝bergreifend gestaltet wird und setzt Laizit├Ąt, das hei├čt, die Neutralit├Ąt des Staates in Bezug auf Religion und Weltanschauung, voraus. In einem gemeinsamen Unterricht k├Ânnen sich die Sch├╝ler in ihren Unterschieden kennenlernen, Vorurteile abbauen und Achtung und Toleranz gegen├╝ber anderen Auffassungen st├Ąrken. Das muss auch im Interesse aller sein, denen ein friedliches, demokratisches und freiheitsbestimmtes Miteinander am Herzen liegt.

Wir laden alle Leser ein, die sich von diesen Ideen und den ersten Vorstellungen aus diesem Heft angesprochen f├╝hlen, bei unserem Projekt mitzuwirken.

Renate Bauer + Horst Prem